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Die Misteltherapie:

 

1. Wirkung:

Die Mistel gewinnt in der Krebstherapie als zusätzliche Behandlungsmöglichkeit kontinuierlich an Akzeptanz, zumal jüngste Forschungsergebnisse zu der klinischen Wirksamkeit und Verträglichkeit der Mistel bei Patienten und Ärzten zu einem Bewußtseinswandel beitragen.

Unstrittig ist mittlerweile, dass Mistelextrakte in den Tumorzellen ein sogenanntes „Selbstmordprogramm“ auslösen, die Apoptose, und das Mistelextrakte positiven Einfluß auf das Immunsystem nehmen im Sinne einer verbesserten Zellzahl und/oder Aktivität. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass Mistelextrakte zu einer verbesserten Verträglichkeit klassischer onkologischer Therapien führen und so die Lebensqualität erhöhen. Weitere Effekte konnten zwar im Tierversuch gezeigt, aber noch nicht durch Studien an Menschen belegt werden.

Ob die Misteltherapie neben der Verbesserung der Lebensqualität auch Einfluß auf den Verlauf nehmen kann, also Metastasierung vermindern oder Überlebenszeit verlängern kann, ist nicht bekannt. Dazu wären noch langjährige Studien durchzuführen.

Weil es sich bei den Mistelextrakten um Vielstoffgemische handelt, ist die Identifizierung der einzelnen Wirkkomponenten nicht einfach. Viele der in Studien beobachteten Effekte werden jedoch einer Gruppe von Wirkstoffen, den sogenannten Mistellektinen, zugeschrieben.


2. Präparate:

Man unterscheidet phytotherapeutische von anthroposophischen Präparaten. In beiden Fällen handelt es sich um Pflanzenextrakte aus der Mistel. Die anthroposophische Richtung nach Rudolf Steiner weist jeder Krebserkrankung einen entsprechenden Wirtsbaum der Mistel zu. Weil z.B. der Apfel Symbol der Weiblichkeit ist, werden gynäkologische Tumore mit Mistelextrakten von Apfelbäumen behandelt. Desweiteren wird zwischen einer Sommer- und einer Winterernte unterschieden, und es gibt die Mistelextrakte in vielen verschiedenen Dosierungen. Mithilfe der Rötung an der Einstichstelle und anderer Reaktionen wie Fieberanstieg wird dann eine individuelle Dosisfindung durchgeführt. An Präparaten sind verfügbar: abnoba VISCUM, HELIXOR.

Die phyto(= pflanzen-)therapeutisch orientierten Hersteller von Mistelextrakten verwenden Wintermistelsäfte in der Regel der Pappelmistel. Eine Dosisfindung ist hier nicht nötig, die wirksame Dosis wurde in Dosisfindungsstudien ermittelt. An Präparaten stehen zur Verfügung: Cefalektin, Eurixor, Lektinol.

3. Anwendung:

Alle Präparate müssen im Kühlschrank gelagert werden. Die Gabe erfolgt als Spritze ins Unterhautfettgewebe (subcutan). Je nach Präparat ist vorher eine Testung oder eine Dosisfindung nötig, die Anwendung erfolgt 2-3 mal wöchentlich und sollte auch während Chemo- oder Strahlentherapie fortgeführt werden. Bei einigen Präparaten sind Therapiepausen vorgesehen, z.B. ein Monat Pause nach 3 Monaten Therapie.