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Früherkennung Arterienverkalkung mittels ABI

Was ist der ABI?

Der Knöchel-Arm-Index (engl. ankle brachial index, ABI) ist eine extrem effiziente Methode, Durchblutungsstörungen durch Arteriosklerose zu messen. Nötig dazu ist die Blutdruckmessung an allen 4 Extremitäten in Kombination mit einer dopplersonographischen Gefäßdarstellung, was zum einen sehr aufwendig ist und zum anderen nur bei großer Untersuchererfahrung zuverlässige Ergebnisse liefert. Mit dem von mir verwendeten innovativen ABI-Mess-System einer schwäbischen Firma erfolgt die Messung dagegen einfacher, schneller und mit validen Ergebnissen.

Wann wird der ABI gemessen?

Weil oftmals die Messung des ABI bereits krankhafte Veränderungen zeigt, bevor der Patient eine Einschränkung z.B. der Gehstrecke bemerkt, wird in meiner Praxis die Indikation zur Messung großzügig gestellt. Gemessen werden sollte z.B., wenn bei der check-up-Untersuchung die Fußpulse ungenügend stark getastet werden können, wenn Patienten von Gehschwierigkeiten berichten, die auf eine Schaufensterkrankheit hinweisen oder wenn Risikofaktoren vorliegen, die eine Gefäßverkalkung möglich erscheinen lassen.

Durch die frühe Diagnose kann die Therapie dann früh eingeleitet werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und eine möglichst hohe Lebensqualität zu wahren.

Die Messung des ABI wird aufgrund seiner großen Bedeutung für die Früherkennung bei Patienten im Hausärztevertrag kostenlos durchgeführt.

Wo liegt die Bedeutung des ABI?

Zahlreiche Studien belegen zweifelsfrei einen Zusammenhang der pAVK (periphere arterielle Verschlußkrankheit) mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Während in der öffentlichen Wahrnehmung bei pAVK immer noch stark die Gefahr einer Fuß- oder Beinamputation als drohend empfunden wird, liegt die tatsächliche Gefährdung in dem massiven Anstieg an Todesfällen durch Herzinfarkt oder Schlaganfall. Damit ist die Bestimmung des Knöchel-Arm-Index eine effiziente Methode, um Hochrisikopatienten bezüglich Herzinfarkt oder Schlaganfall zu identifizieren.

Besondere Bedeutung hat diese Screening-Methode, weil aktuelle Studien belegen, dass Patienten mit pAVK deutlich seltener eine ausreichende Behandlung der Risikofaktoren erfahren als Patienten mit Durchblutungsstörungen am Herzen. Somit liegt hier wichtiges Präventionspotential brach.

Quellenangabe:

Diehm et al. (2005): Knöchel-Arm-Index: Ein wegweisender Risikomarker für die hausärztliche Praxis, Dtsch Ärztebl 2005; 102:A 2310-2313 (Heft 34-35)